Sherlock Holmes und andere brilliante Psychopathen

Ich habe die BBC -Serie „Sherlock“ entdeckt. Die Geschichten von Sherlock Holmes in das moderne England übertragen, es wird mit  Smartphones und Internet ermittelt. John Watson schreibt einen Blog, statt Bücher. Die Dialoge sind witzig, die Figuren liebenswert. Erzählt wird in 90 minütigen Folgen. Eine Staffel hat drei Folgen. Zwei Staffeln wurden produziert, eine Dritte soll folgen. Ich kann es kaum erwarten.

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Besonders die Rolle des Sherlock Holmes gefällt mir gut. Ähnlich wie in den Kinofilmen ist er brillant und exzentrisch, mit nur geringem Gespür für zwischenmenschliches. Solche „Typen“  faszinieren und man findet sie zuhauf. Neben den Kinofilmen „Sherlock Holmes“, könnte man „Monk“ anführen, Sheldon aus „Big Bang Theory“ und Dr. House. Sie alle sind in einem Gebiet sehr gut, in zwischenmenschlichem jedoch  sehr schlecht. Aber dennoch gefallen mir die Sherlocks besser als Sheldon oder Dr. House. Besonders Sherlock aus der BBC-Serie lässt sich nicht einordnen. Er verletzt die Menschen um sich herum, prahlt mit seinem Verstand, ist arrogant und exzentrisch. Darin gleicht er den anderen Figuren. Anderseits jedoch sorgt er sich um Watson, entschuldigt sich, verliebt sich –irgendwie vielleicht – in Irene Aldler. Man weiß nie woran man mit ihm ist, dennoch kann man sich vorstellen, warum die Figuren mit ihm befreundet sind. Das macht ihn spannender und liebenswerter, als die anderen großen Köpfe. Er ist verletzlicher und dadurch menschlicher.

Dr. House geht das – zumindest in den ersten fünf Staffeln- völlig ab. Er ist mit Wilson befreundet, ohne dass er etwas in diese Freundschaft investiert. Das macht ihn –meiner Meinung nach- langweilig. Auch bei Sheldon weiß man nicht so richtig, warum Leonard mit ihm befreundet ist. Schließlich terrorisiert Sheldon all seine Mitmenschen, ohne etwas zu geben oder sich zu sorgen. Sowohl Dr. House als auch Sheldon sind egoistisch, egozentrisch und keine Menschen, mit denen befreundet sein, erstrebenswert erscheint.

Monk dagegen ist im Vergleich zu Sherlock gut einzuordnen. Man kennt die Neurosen und seine Fähigkeiten. Man weiß, wie er reagieren wird. Er ist in sich nicht widersprüchlich und irgendwann langweilig.

James Wood schrieb in „Die Kunst des Erzählens“, dass Figuren lebendig wirken, wenn sie widersprüchlich sind. Ich denke Wood hat Recht.

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Ein Gedanke zu “Sherlock Holmes und andere brilliante Psychopathen

  1. Ich habe letztens darüber nachgedacht, wie es sein kann, dass wir nur so kaputte und sozial unfähige Menschen als Hauptfiguren in unseren Serien haben, sogar in den beliebten Mainstream-Serien wie Dr. House, BBT, Two and a half men oder HIMYM. Ich habe in meinem Kopf ein paar schlaue Ideen gehabt.
    1. Jeder kennt sie von irgendwoher. In den Schulen wimmelt es nur so von Kindern, die mehr oder weniger intelligent sind, aber dafür fast alle exzentrisch und sozial inkompetent. Die Psychologie begründet dass darin, dass die meisten Menschen, dank komischer Erziehung, heute oftmals auf einer frühkindlichen Entwicklungsphase hängengeblieben sind, die sehr narzistisch geprägt ist und Mitmenschen vorwiegend gegenständlich wahrnimmt.
    2. Sie sind Ausdruck eine immer verrückter werdenden Gesellschaft, die Leistung, Gleichschritt und Konsum schätzt, sich dafür rühmt Individualität zu schätzen und es trotzdem nicht tut. Deswegen mögen wir Menschen in Serien, die eben nicht berechenbar im Takt laufen, sondern geheimnisvoll und exzentrisch sind.
    3. Dass wir alle Schaulustige sind, lässt sich kaum verheimlichen. Und sie alle scheitern so schön an konventionellen Maßstäben gemessen, dass wir umson lieber zu schauen. Sie mögen zwar brilliant sein, aber im realen Leben wären sie unfähig und das ist ja oft das eigentliche Thema der Serie. Und dann ist es auch gar nicht mehr so schlimm, wenn man selbst oft das Gefühl hat mit der „Normalität“ des Alltags nicht mithalten zu können.

    Wie ich schon bei meiner ersten Staffel Dr. House bemerkte „Die Serie finde ich genial, im wirklichen Leben würde ich weinend weglaufen, wenn mich ein Dr. House behandeln würde.“.

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