Ich – Kind meiner Eltern

Ich bin ein Abbild meiner Eltern. Eine Feststellung, die ich immer wieder mache. Ein Beispiel dafür, ist mein Kaffeetrinkern.

Bis ich achtzehn war, trank ich grundsätzlich wenig bis gar keinen Kaffee. Dann ging ich studieren. Über Schwarztee kam ich zu Cappuccino. Von eher unregelmäßigem Trinken zu eher regelmäßigem. Ich habe den Verdacht, dass viele anfangen koffeinhaltige Heiß-und Kaltgetränke zu konsumieren, wenn sie studieren gehen. (Cola trinke ich auch erst seit meinem Studium verhältnismäßig regelmäßig.)

Aber obwohl ich das regelmäßig konsumiere, hatte es kein Ritual. Ich stand nicht morgens auf und machte mir einen Cappuccino. Und ich vermisste ihn nicht. Dafür stelle ich fest, dass ich das Milchpulver rausschmeckte und dass mich das ekelte. Instantkaffee mochte ich nie.

So kam ich zu der glorreichen Idee mir eine Kaffeemaschine zuzulegen. Meine Eltern kochen Kaffee. Ihren selbstgekochten mochte ich – wenn ich dort war– auch. Und vielleicht, dachte ich, wäre das was.  Kaffee statt Cappuccino.

Nach einer Woche Suchen und Abwägen kaufte ich mir eine Maschine, Kaffeefilter und Kaffee. Was ich noch brauchte, war die Feststellung, ob ich Kaffee überhaupt regelmäßig  mag.

Ich ritualisierte das Kaffeetrinken und weil es ein Ritual ist, mache ich es regelmäßiger. Es fehlt mir, wenn ich morgens keinen Kaffee trinken. Ich hatte mir – und das ist schon schräg–den Konsum eines suchterregenden Mittels aktiv angeeignet.

Warum?

Weil meine Eltern Kaffee trinken. Dort ist es auch ritualisiert. Und ich liebe das Geräusch der Kaffeemaschine und den Geruch von frisch gebrühten Kaffee. (vielleicht ein Grund, warum Instantkaffe mich niemals ganz überzeugt hat.) Ich liebe das Ritual des Kaffeekochens. ES erinnert mich an daheim und gibt mir das Gefühl „zuhause“ zu sein.

Und mir wurde in diesem Zusammenhang bewusst, wie sehr wir von zuhause geprägt sind. Irgendwie, so meine Überzeugung, wollen wir, dass unser Leben eine Mischung zwischen unsrem und dem unserer Eltern ist.

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