Hörbücher

Lesen ist intensiv. Man kann nichts nebenher tun. Das meiste hört auf zu existieren, man ist nur noch Wort inmitten von Worten. Man sitzt in dem Buch, rennt oder schlendert, schleicht von Punkt zu Punkt, springt über Kommas und ist ganz Lesender.

Aber Bücher hören kann mehr sein. (Ist ohne Frage Sache der Persönlichkeit.) Texte hören, gut vorgelesen – das ist wichtig –, ist wie mitgenommen werden. Die Figuren werden lebendig durch die Stimme des Erzählers. Schließt man die Augen ist man vollkommen im Geschehen. Man muss nicht über Kommas springen, man wird mitgerissen von Begebenheit zu Begebenheit, die Worte sind ein Fluss. Und der Text singt.

Ich höre Textmelodien. Als sei das ein Ausgleich meiner fehlenden Musikalität, kann ich über schöne Texte in Erregungen geraten, kriege mich nicht mehr ein vor Enthusiasmus über die Schönheit der Sprache. (Goethes Faust bringt mich von dem einen literarischen Orgasmus zum nächsten.)

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