Heimweh

Mancher zieht in die Welt, um eine neue Heimat zu finden.

Ein Anderer zieht hinaus, um dann wieder zurück zu gehen. Dankend für das Fleckchen Erde, das er Heimat nennt.

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Ich bin definitiv der zweite Typ. Anfangs hoffte ich, das Sehnen würde weggehen, abheilen wie eine Schürfwunde, wenn ich es nur endlich verpflastere mit Freunden, Gewohnheiten, Ritualen. Aber jetzt sind es fast 5 Jahre, und es ist immer noch da. Und ich habe mich bemüht, hier anzukommen. Ich habe mich wirklich sehr bemüht. Mit dem Ergebnis, dass das hier mir lieb und teuer ist, vor allem der Freunde  wegen, aber die Sehnsucht nach dem Ort, in dem die Morgenluft nach Träumen riecht, der Dialekt nach Kindheit klingt, die Landschaft voller Erinnerungen und Liebe steckt, geht nicht weg. Wenn ich zuhause bin, nehme ich alles auf, Sprache, Duft, Landschaft, ich sauge es in mich, wie ein Schwamm, ich genieße das Gefühl, vollständig zu sein. Und dann fahre ich wieder weg – fast immer traurig. Weil es sich anfühlt, als würde ich etwas Wichtiges zurück lassen.

Niemals war ich so sehr ein Mensch des Südens. Niemals zuvor so heimatgebunden. Ich bereue nicht das Weggehen, weil ich mich jetzt ganz bewusst entscheiden kann, zurück zu gehen und wenn ich zurückgehe, habe ich ein bisschen mehr von der Welt gesehen.

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