Gedanken zur fantastischen Literatur

Ich bin kein einfacher Leser. Ich bin von der Sorte, der immer einen Rotstift zur Hand hat und alles zu zerrupfen versteht, was man mir vorlegt. Besonders begeistert zerrupfe ich fantastische Romane. Meistens langweilt mich die Geschichte schon bevor sie begonnen hat und die Sprache macht mich aggressiv, kaum, dass ich den ersten Satz gelesen habe. Ja oftmals nervt mich der erste Satz schon. Viel zu viele Bücher beginnen mit dem Satz „Die Sonne ging über den Bergen auf.“ Oder „In den Straßen der Stadt herrschte Hochbetrieb.“  Wenn es mit einer Landschaftsbeschreibung anfängt, bekomme ich schon die Krise. Manchmal denke ich, Leute schreiben fantastische Romane, weil sie glauben, das sei weniger Arbeit, weil sie Welt und Gesetzte der Welt ihren Vorstellungen anpassen können. Aber die Welten sind leer. Es gibt keine Kultur, keine Sprache, keine Geschichte, keine Entwicklung. Es sind seelenlose Kulissen mit seelenlosen Figuren, die nur existieren um eine banale Geschichte von Liebe und Hass und Freundschaft zu erzählen.

Dagegen aber liebe ich gute fantastische Literatur, solche, die ganze Welten und ganze Kulturen und Gesetze hat und eine gute Sprache. Ich bewundere die „Harry Potter“- Bände, habe  „Die Schwarzen Juwelen“  und „Scheibenweltromane“ gelesen und habe fest vor „Das Lied von Feuer und Eis“ zu lesen. Ich habe ein bisschen Tolkien gelesen und fand auch das inspirierend. Und habe angefangen „Drachenbeinthron“ zu hören, ein Monsterwerk, an dessen Anfang es nur darum geht, die Welt vorzustellen.

Natürlich lässt sich diskutieren, wie weit sich in den „Juwelen“ eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Gut und Böse findet, dass Tolkien auch mit Beschreibungen anfängt und dass die Scheibenwelt komplex ist, aber irgendwie auch sehr bizarr. Aber letztendlich macht das offensichtlich nichts. Die Welten haben eine  Geschichte und sind real. Und ich kann sie lesen ohne darüber einzuschlafen, weil sie in ihrer Komplexität ungewöhnlich einzigartig sind.

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2 Gedanken zu “Gedanken zur fantastischen Literatur

  1. Weil es tatsächlich ziemlich schwierig ist, interessante klassische Fantasy zu schreiben, gibt es ja seit einiger Zeit recht spannende Urban Fantasy – empfehlenswert ist zum Beispiel „Fool on the hill“ von Matt Ruff. Voller origineller Ideen und unterhaltsam geschrieben.
    Weil es mir selber so geht, dass ich wirklich gerne Fantasy lese, aber so schnell gelangweilt bin von dem typischen Einheitsbrei… 🙂

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