Gedanken zu Schauspielern

Zu meinen Lieblingssschauspielern zählt Curt Goetz. Und das obwohl er nicht besonders gut aussah. Die Nase zu groß, der Mund zu klein. Das fiel mir erst relativ spät auf. Vorher war ich ganz gebannt von seiner Ausstrahlung und seinem Spiel.

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Curt Goetz als Dr. Prätorius

Ähnlich verhält es sich mit David Tennant, den ich im Moment auch sehr gerne sehe. Gefunden als Doctor Who, würde ich – bei  finanziellen Möglichkeiten -, mir eine ganze Sammlung mit Filmen mit ihm zulegen. Aber er ist keine der typischen schönen Männer, würde ich mal behaupten. Er hat aber diese charmante Darstellung und erfreut sich großer Beliebtheit.

Michael Caine und Alan Rickman entsprechen wohl ebenfalls kaum den gängigen Schönheitsidealen. Aber sie wirken. Ich finde es unglaublich faszinierend, dass sich Ausstrahlung mithilfe von Kameras einfangen lässt.

Aber wenn mich nicht alles täuscht sind die aufgeführten Schauspieler, die mir eben spontan eingefallen sind, Theateschauspieler gewesen. Sie spielen mit dem ganzen Körper. Es haftet ihrem Spiel etwas gnadelos ehrliches an. Sie spielen nicht mit leichten Kopfnicken, sie vertrauen nicht auf ihr schönes Gesicht, wie die ein oder andere Hollywooddarstellerin. Wenn sie spielen ist es wie Ballett. Es sieht einfach aus, aber gleichzeitig, wenn man hinsieht, stellt man fest, dass der ganze Körper angespannt ist. Alles ist kontrolliert.

Ich habe nur Männer aufgeführt. Weil Hollywood Männern Raum lässt, wenn sie Ausstrahlung haben. Schauspielerinnen dagegen sind meistens hübsch. Schauspielerinnen die hübsch sind aber ohne jede Ausstrahlung finden sich massenhaft. Umgekehrt wird es schwierig. Mir fielen eine Handvoll Frauen ein, die nicht mehr Schönheiten sind und trotzdem gerne gesehen werden, weil sie Ausstrahlung haben. Helen Mirren, Maggie Smith, Meryl Streep, Judi Dench…

Aber vielleicht liegt das mehr an dem amerikanischen Kino, als an dem Kino allgemein. In englischen und französischen Filmen gibt es mehr Durchschnittsgesichter mit Ausstrahlung. In Doctor Who begegnen einem beispielsweise Billie Piper und Catherine Tate. Beide haben diese gnadenlose Art zu spielen, mit vollem Einsatz, mit dem ganzen Körper.

Ich finde es schön, wenn Schauspieler\innen  Ausstrahlung haben und die Figur über die Schönheit des eigenen Gesichts hinaus verkörpern. Benedict Cumberbatch und Johnny Depp, die beide als gutaussehend gehandelt werden, haben dennoch eine gnadenlose Art zu spielen. Sie verziehen das Gesicht, bis es nicht mehr schön ist. Ich finde das ansprechend, weil in diesem Moment, wenn  Cumberbatch die Zähne fletscht und die Nase kraust, weil sich die Figur aufregt, die Rolle da ist und der Schauspieler, dem etwas daran liegen muss, gut auszusehen, weg.

Gute Schauspieler geben sich im Spiel auf. Sie werden ganz zur Rolle. Sie opfern den ganzen Körper, um eine Emotion auszudrücken.

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