Künstler IV

In einer Reportage über die Karl May Filme erzählte einer der Schauspieler, dass er in einer Szene in einem Kirchturm gestanden habe, während sie rechts und links die Häuser abfackelten. (Wer Karl May Filme gesehen hat, weiß, es muss immer irgendetwas brennen.) Zu ihm habe man gesagt, dass er auf dem Kirchturm völlig sicher sei, es seien ja nur die Häuser rechts und links, die angezündet werden sollten. Dann drehte aber der Wind und plötzlich kokelte die Kirche. Der Schauspieler hat das gesehen, sich aber gedacht: „Sie drehen. Ich muss aushalten.“ und er hielt die Stellung, bis er bemerkte, dass sogar der Kamera-Mann geflohen war.

Für eine Unterwasseraufnahme versenkten sie einen Glaskasten mitsamt Kameramann unter Wasser. Die Aufnahmen dauerten länger, es war kalt unter Wasser, der Kameramann wäre fast erfrohren.

Ich habe kürzlich einen Beitrag über die Karl May-Filme gesehen. Daher diese Beispiele. Aber vermutlich hat jeder Film, jedes Theaterstück, jedes Ballett solche Geschichten. Künstler brechen sich etwas und machen weiter. Man riskiert das Leben für Filme, Stücke.

Man könnte von Dummheit sprechen. Ein Film, ein Tanz, ein Stück bedeutet praktisch nichts. Es hängen keine Leben, keine Werte davon ab. Aber trotzdem wird alles riskiert, weil es ernst genommen, geliebt wird.

Ich finde es schön und frage mich, ob bei mir etwas nicht stimmt.

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