Was grade so aktuell ist…

Guten Tag lieber Blog. Guten Tag liebes Leben. Einatmen und Ausatmen. Der Bär und ich haben unsere Sachen gepackt und sind wieder umgezogen. Der Bär war nicht so zufrieden damit. Das hat mich nicht überrascht. Der Bär reist nicht gerne. Neues Haus, neue Baustelle, neues Leben, neues Glück. Wenn das Jahr zuende geht, wird es kaum noch dem gleichen, das begonnen hat. Das ist gut.

Ich bin jetzt Waldorflehrerin. Viele mögen ihr Leben lang von ihrem ersten Auto oder ihrer ersten großen Reise geträumt haben. Ich glaube, ich habe immer schon von meiner ersten eigenen Klasse geträumt. Morgens stehe ich an der Tür, um alle Kinder zu begrüßen und freue mich so, hier zu sein, in der kleinen Schule mit den wunderbaren Kindern. Ich freue mich, dass ich mir überlegt habe, was wir heute machen und morgen und dass alles irgendwie läuft. Ich liebe meinen Beruf und kann noch nicht ganz fassen, dass ich dafür wirklich Geld bekomme. Ich möchte in Zukunft gerne ein bisschen mehr über Waldorf schreiben. Manchmal bin ich superkritisch. Manchmal ganz verliebt.

Ich fahre jetzt auch Auto. Das habe ich früher schon getan. Aber nicht so häufig. Jetzt pendle ich und habe soetwas wie „Auto“-Geschichten, Situationen, die für mich emotional waren, aber für den Zuhörer nur eine Ansammlung von nicht Erzählenswerten. Jedenfalls nicht, solange man nicht übermüdet und ziemlich betrunken um vier Uhr morgens irgendwo herumhängt und redet, um nicht einzuschlafen. Aber ich erzähle diese Autobegebenheiten beim Kaffeetrinken. Sowas wie: „Heute habe ich den Mopedfahrer um 6:45 überholt.“ Dieser Mopedfahrer, der Morgen für Morgen überholt werden muss, meistens aber erst um 6:55, an einer besondrs kurvigen Stelle mit besonders viel Gegenverkehr,  ist seit Anbeginn meiner Pendelzeit DAS Thema beim Essen. Aber selbstverständlich nur für mich.  Darüber möchte ich in Zukunft hier nicht so viel   schreiben. Weil es wirklich nicht interessant ist, in welcher Kurve ich ihn um wieviel Uhr überholt habe.

Außerdem war zumindest in meinem Bekanntenkreis das Jahr 2016 das Jahr der Trennungen und mit der Tragik eines Teenagers und dem analytischen Geist eines Wissenschaftlers habe ich meine eigene Trennung von jenem Menschen beobachtet, der ziemlich lang ziemlich viel für mich war. Darüber habe ich einen Beitrag geschrieben, den ich seit Monaten überarbeite. Das war meine erste Trennung und die Versuchung war ziemlich groß, anzunehmen, dass nie jemand vor mir und nie einer danach solchen Schmerz erlitten hat. Was sich als Unfug herausstellte, sobald ich mit offen Augen durch die Welt gegangen bin. Trotzdem noch immer ein Thema, das mich fasziniert, wenn es mich auch nicht mehr völlig in Anspruch nimmt.

Ich bin 27 geworden. Es gab mal eine Zeit, in der ich annahm, wenn ich erst 27 sein würde, hätte ich Kinder, Mann und ein Haus. Stattdessen stehe ich in dem neuen Leben. Atme ein und atme aus. Manchmal denke ich darüber nach, wo ich bin, wo ich sein könnte und wo ich war und ob es gut ist, nicht mehr dort zu sein. Das Älter-Werden ist noch immer Thema. Daran wird sich vermutlich nie etwas ändern, denn damit hört man ja nicht auf…

 

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